Augen auf beim Influencer-Kauf - wunder.land Blog
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Augen auf beim Influencer-Kauf

Taschen im Wert eines Kleinwagens, Wohnungen, eingerichtet wie im Katalog und Essen, das aussieht, als wäre es gerade der Molekularküche entsprungen. All das drängt sich mir förmlich auf, sobald ich meinen Instagram Account öffne. Dabei stellt sich mir aktuell immer mehr die Frage: Wozu das Ganze eigentlich?

Man mag sich nun fragen, warum ich ein solches Thema aufgreife, wo ich doch selbst zur Krankheit „Influencer“ zähle und die Leute versuche, durch meinen wunder.land Account mit dem Virus des Jahres zu infizieren. Das stimmt, aber worum geht es mir dabei eigentlich? Um möglichst viele Likes und Followers, um beeindrucken und blenden zu können? Wohl eher nicht. Mit einer Followerschaft, die größten Teils in den 80ern geboren wurde, bleiben die über 1.000 Likes unter meinen Bildern aus. Was das mit dem Alter meiner Follower und meiner Absicht auf Instagram zu tun hat, dazu später mehr!

Die Anfänge meines Instagram Daseins

Als ich Instagram zu Beginn nutzte, tat ich das, um wie auch bei anderen Netzwerken wie Facebook oder früher sogar StudiVZ Eindrücke aus meinem Leben mit meinen Freunden zu teilen. Irgendwann wuchsen bestimmte Accounts ins Unendliche und für mich war das zu der Zeit auch gut nachvollziehbar: Entweder waren die Accounts geschmückt durch tolle Reisebilder, weil der- oder diejenige eben viel in der Welt rum kam. Eine andere war einfach unfassbar hübsch, sodass man auch dem x-ten Selfie nicht überdrüssig wurde und seine Bewunderung durch ein „Like“ ausdrückte. Andere wiederum nutzten den Kanal, um auf den bereits jahrelang mit Liebe geführten Blog aufmerksam zu machen.

Das machte alles noch Sinn – damals. Denn der „Selfmade Content“ überwog.

Dass ich zusätzlich zu meinem privaten Account dann „wunder.land“ ins Leben rief, hatte lediglich mit meinem Job zu tun. Denn als Mitarbeiterin in einer Sponsoringagentur in Frankfurt, entging mir natürlich nicht, dass dies ein Kanal war, der auch künftig für unsere Kunden interessant sein könnte. Somit nutzte ich wunder.land, um herauszufinden, wie man sich eine organische Reichweite erarbeitet. Dabei ließ ich keine Variante aus: Ich folgte und entfolgte Accounts, in der Hoffnung, dass ein paar davon bei mir hängen bleiben würden, nutzte Hashtags wie #followforfollow, und und und.

Mit dem Ergebnis, dass man vielleicht seine Followeranzahl künstlich erhöhen kann, jedoch nicht die echte und vor allem relevante Reichweite – um die es mir in der Beratung unserer Kunden nun einmal ging.

Kunden müssen zum Ursprung zurück: Warum nutze ich Influencermarketing?

Und damit sind wir auch schon durch die Zauberkugel gegangen und in der heutigen Zeit angekommen. Die ECHTE Reichweite und der Return Of Investment – darum sollte es für Kunden gehen, die sich für Influencermarketing entscheiden. Nicht um Followerzahlen oder künstlich aufgehübschte Bilder.

Denn am Ende des Tages, sollten die hohen Mediabudgets nicht einfach so verpuffen, sobald eine Kooperation abgeschlossen ist.

Was mich immer wieder verwundert: In keinem Kanal jemals zuvor, wurde von Brands das Geld so nutzlos rausgepfeffert, wie es beim Influencermarketing der Fall ist. Ganz nach dem Motto: Das Next Big Thing – da müssen wir mitmachen, die anderen machen es ja auch!

Keiner steht morgens auf und überlegt sich zig-tausende von Euros in einen TV-Werbespot zu stecken, wenn er nicht weiß, welche Zielgruppe er damit eigentlich erreichen will und was das ursprüngliche Ziel für die Wahl dieses Kanals eigentlich war.

Doch so kommt es mir heute beim Influencermarketing vor. Wir machen da mal mit und suchen ein paar Blogger, die ne schöne Reichweite haben.

Zielgruppen, Kaufkraft und der rote Faden werden hierbei leider oftmals völlig außen vor gelassen.

Überraschung: Influencermarketing kann erfolgreich sein – mit der richtigen Strategie

Heute stehe ich auf beiden Seiten: Als Influencerin, die von Marken angeschrieben wird und gleichzeitig auch als Vermarkterin, die mit Brands zusammenarbeitet, um Geschichten mit anderen Influencern zu kreieren. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie unterschiedlich das Wissen heutzutage in diesem Bereich noch ist. Deshalb für alle Neulinge mein Tipp: Sucht euch eine Agentur, die sich mit dem Thema auskennt. Denn genau das habt ihr früher auch mit allen anderen Kanälen so gemacht – euch professionelles Know-How geholt! Glaubt mir, es lohnt sich.

Warum?

Die unterschiedlichen Generationen

Weil es wichtig ist, zu wissen, wer die Zielgruppe eures auserwählten Influencers ist. Ist sie kaufkräftig, ist sie in der Altersgruppe, die ich erreichen will, wie sieht die tatsächliche Reichweite aus?

Ich weiß, wer meine Follower sind und wie sie ticken! Der Großteil ist weiblich, Ende 20 und ist berufstätig. Das heißt, meine Follower entspringen ungefähr meiner eigenen Generation, was mir wiederum viel Aufschluss über ihr Verhalten gibt.

Denn: Wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umhöre, so gibt es wenige, die verstehen, was ich mit wunder.land überhaupt mache und warum ich sogar bezahlt werde, wenn ich eine Kooperation mit einer Brand eingehe.

Meine Generation gehört nicht zur heutigen Generation der „Hallo meine Lieben“ und „Alles ist schön, nein du bist schön, und du bist schön und wir alle sind schön und das Leben ist schön“. Hört sich vielleicht lustig an, es ist aber wichtig zu wissen. Denn, ich weiß, warum mein Engagement vielleicht nicht so hoch ist, wie das einer 20-Jährigen, was allerdings nicht heißt, dass mein Account schlechter für Marken ist. Was wichtig ist, ist zu wissen, dass die Kinder der 80er nun mal lieber gucken, als „schleimen“ (sorry dafür ;-)) oder per Direct Message interagieren.

Ich bin das beste Beispiel dafür: Ich gucke auch lieber und bin nicht der typische: Ich kommentiere jedes Bild mit Glitzerstaub-Typ! Weil sich dieses Verhalten für mich einfach noch immer komisch anfühlt und ganz klar das „Fremdschäm-Syndrom“ in mir hervorruft! 😉

So ticken wir nun mal! Bei uns durfte man noch sagen: Nee, sorry, die mag ich nicht! Heute geht das meiner Meinung nach nicht mehr. Heute mögen sich alle und finden sich alle schön und alles was man macht, ist auch schön – ihr wisst, was ich meine!

Auch, wenn das alles natürlich ein wenig überspitzt von mir ist, ist es für Marken wichtig zu wissen!

Fake Followers und die Unwissenheit der Marken

Am allerwichtigsten ist meiner Meinung nach die Zusammenarbeit mit erfahrenen Agenturen, da sie die Trends auf Instagram beobachten und Bescheid wissen! Sie wissen Bescheid darüber, dass die Trölf Millionen Influencer, die gerade merken, dass die Brands ihr Geld nun an „Normalos“ verpulvern und auch ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollen, nicht einfach so aus dem Boden schießen können, eine Enagementrate haben, nach der sich so manch erfahrener Blogger die Finger leckt und Pro Woche um gefühlt 1.000 Follower wachsen!

Bitte nicht falsch verstehen, es gibt ganz tolle Blogger, die sich den Arsch aufreißen, um ihren Followern gute Qualität und vor allem Abwechslung zu bieten. Dennoch geht aktuell der Trend dahin, dass sich Unmengen an Leuten Follower, Likes und Kommentare kaufen und man sich plötzlich fragt, wie es sein kann, dass großen Unternehmen das nicht auffällt.

Nun ja: Für ungeübte Augen ist es oftmals nicht auf den ersten Blick erkennbar!

Was wiederum dafür spricht, sich vorher Gedanken zu machen, wen man sich aussucht und warum Erfahrung auf dem Gebiet so wichtig ist.

Vielleicht hat dieser Beitrag nun viele von euch verwundert, da ich hier womöglich ein paar Geheimnisse ausgeplaudert habe, die manche von euch noch nicht wussten. Aber ich persönlich finde es katastrophal zu beobachten, wie unwissend viele Brands heute noch sind und somit den Trend unterstützen, die Reichweite auf Instagram & Co zu faken! Denn davon hat am Ende keiner was und daher rührt meiner Meinung auch das aktuelle Augenrollen, wenn man das Wort Influencer hört – mich eingeschlossen!

Es sollte nicht um das große Geld gehen, es sollte um gute, kreative Werbung, um Imagesteigerung, um’s Geschichten erzählen und Spaß gehen! Es sollte darum gehen, Marken in ein echtes, bestehendes Leben des jeweiligen Influencers zu integrieren! Ein Influencer, dessen Leben sich zu 100% von dem eines anderen Influencers unterscheiden darf! Ich wünsche mir wieder mehr Individualität, Echtheit und die Besinnung zurück zu dem, warum man der Nachbarin von Nebenan einen Werbedeal anbietet – weil sie echt, greifbar und sie selbst ist!

Und die Moral von der Geschicht‘: Augen auf beim Influencerkauf!